1956: Johan Pilon entwickelt in den Jahren bis 1960 die Idee zur Gründung einer christlichen Siedlung in Israel.

1960: die erste Internationale Nes Ammim-Konferenz legt am 01.09. den Namen "Nes Ammim" (hebr. "Zeichen für die Völker", Jesaja 11,10) fest; im Dezember wird der israelischen Regierung der Plan für Nes Ammim vorgelegt, Finanzminister Levi Eschkol signalisiert Zustimmung.

1961: Gründung der Stichting Nes Ammim Nederland am 14.04.; Gründung der Internationalen Nes Ammim-Aktiengesellschaft in Zürich am 16.11.

1962: Gründung des Schweizer Nes Ammim-Vereins; Landerwerb von ca. 114ha in Israel durch die AG am 25.05., in Israel ist man besorgt über die Teilnahme Deutscher an diesem Projekt so kurz nach der Shoah.

1963: Gründung des deutschen Nes Ammim-Vereins; ein ausrangierter Linienbus wird am 15.04. nach Nes Ammim gebracht und dient als erste Unterkunft für ein Schweizer Ehepaar; eine internationale Delegation übergibt der israelischen Regierung eine "Garantieerklärung", die den ausdrücklichen Verzicht auf Judenmission enthält; Nes Ammim erhält "grünes Licht" von der Regierung, dieses beinhaltet aber ein (vorläufiges) Veto gegen deutsche Siedler in Nes Ammim.

1965: Bau der ersten Glashäuser, mit holländischer Hilfe und in Absprache mit dem Staat Israel wird in Nes Ammim mit der Schnittrosenzucht begonnen.

1967: Mit deutscher Hilfe werden in Nes Ammim die ersten Wohnungen gebaut.

1970: Am 18.10. beschließt der Rat des Bezirks Gaaton, zu dem Nes Ammim gehört, dass nun auch Deutsche als Siedler in Nes Ammim mitarbeiten dürfen.

1972: Mit finanzieller Unterstützung aus Deutschland kann mit dem Bau eines Dorfzentrums begonnen werden.

1975: Johan Pilon, der Gründer Nes Ammims, stirbt in Holland. Beerdigt wird er auf dem kleinen Friedhof in Nes Ammim. Seine Witwe Stijn Pilon arbeitet bis zu ihrem Tod im Jahr 2002 weiter im Sinne ihres Mannes in Nes Ammim.

1976: Durch Presse und Medien wird Nes Ammim bekannt. Besucher und Gäste können im neuen Dorfzentrum betreut werden.

1977: Im Sommer beginnt das erste "Arbeits- und Informationsjahr". In den kommenden Jahren nehmen jeweils 20-30 junge Leute aus verschiedenen Ländern daran teil.

1979: Mit Unterstützung aus der Schweiz kann in Nes Ammim eine Jugendherberge errichtet werden. Mit dem Bau eines Gästehauses wird begonnen.

1980: Der landwirtschaftliche Bereich Nes Ammims ist von großer Bedeutung. Neben Rosen und Avocados werden auch Baumwolle, Weizen und Tomaten angebaut.

1981: Um das ökumenische geistliche Leben in Nes Ammim zu regeln, wird eine Gemeindeordnung erstellt.

1982: Das Gästehaus in Nes Ammim, das als Begegnungsstätte verstanden wird, wird eingeweiht. Nach jüdischem Vorbild wird ein "Lehrhaus" in Nes Ammim eingerichtet.

1983:: Nes Ammim bekommt einen dorfeigenen Laden. Am 01.04. wird die Siedlung offiziell als stimmberechtigtes Mitglied in die Bezirksregierung aufgenommen.

1984: Der "Kinderwald" wird feierlich eröffnet. Für jedes in Nes Ammim geborene Kind wird dort ein Baum angepflanzt. Das Dorf feiert sein 20-jähriges Bestehen.

1990: Im August weiht der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Peter Beier, die neu errichtete Kapelle ein, die als "House of Prayer and Study" dienen soll.

1996/97: Mit finanzieller Unterstützung durch das Land NRW kann die Jugendherberge gründlich renoviert werden. In den Jahren zuvor hatte NRW schon einmal Nes Ammim finanziell gefördert; Ministerpräsident Johannes Rau besuchte die Siedlung mehrfach.

1998: Nes Ammim beteiligt sich an den vielen Veranstaltungen zum 50-jährigen Bestehen des Staates Israel mit einer Wanderausstellung zur wechselvollen Geschichte des Judentums und Israels.

1999: Die "Peter Beier Stiftung Nes Ammim" wird offiziell genehmigt und als rechtsfähige Stiftung eingetragen.

2000: Die wirtschaftliche Situation veranlasst den internationalen Vorstand zur Einleitung weitreichender Umstrukturierungsmaßnahmen. Zum Jahresende werden die Avocado-Plantagen an den Nachbarkibbuz Bet HaEmek verpachtet.

2001: Ende Mai wird die Schnittrosenzucht aufgegeben und die Glashäuser werden geschlossen. Das Gästehaus "lebt" fast ausschließlich von israelischen Gästen, da wegen der Unruhen die Reisegruppen aus Europa und Übersee weitgehend ausbleiben.

2002: Im Januar lädt Nes Ammim Überlebende und Angehörige des Dolphinarium-Attentats zu einem Erholungswochenende auf Kosten des deutschen Vereins nach Nes Ammim ein.

2003: Auch während des Irak-Kriegs bleiben alle Volontäre in Nes Ammim. Zu Ostern wird in Nes Ammim das 40-jährige Bestehen des Dorfes gefeiert. Im November erinnert der deutsche Nes-ammim-Verein an sein 40-jähriges Bestehen.

2004: In Nes Ammim findet der erste Workshop mit deutschen und israelischen Lehrer/innen statt.
Im Gästehaus wird ein großer Teil der Gästezimmer renoviert.

2005: Deutschland und Israel begehen mit zahlreichen Veranstaltungen den Beginn der Aufnahme diplomatischer Beziehungen vor 40 Jahren.
Nes Ammim beteiligt sich mit seinem 2. Workshop daran. Neben Lehrer/innen aus beiden Ländern sind auch Schüler/innen und Freiwillige aus Nes Ammim dabei. Am Ende entsteht eine Ausstellung, die am 1. April 2005 feierlich in Nes Ammim eröffnet wird. Eine zweite Fassung wird am 1. November 2005 in Fulda eröffnet.

2006: Nur wenige Tage nach seinem 75. Geburtstag stirbt im Januar 2006 der frühere Bundespräsident Johannes Rau, ein großer Freund und Förderer Nes Ammims, der während seiner Zeit als Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen mehrere Male Nes Ammim besucht.

Nes Ammim durchlebt mit seinen Nachbarn im Sommer den zweiten Libanonkrieg . Dank großzügiger Spenden können die wirtschaftlichen Folgen durch Arbeitsausfall und weniger Gäste im Hotel einigermaßen ausgeglichen werden.